Hallo, mein Name ist Jürgen Roters und ich erzähle euch heute meine Geschichte.

Bis vor drei Jahren lebte ich ein ganz normales und bescheidenes Leben im fränkischen Bamberg, als Hausmeister, als 45jähriger Junggeselle, als Fußball-Fan.

Bitte lesen Sie weiter, bevor Sie jetzt zu gähnen beginnen, dieses öde Leben gehört nämlich der Vergangenheit an! Aber beginnen wir von vorne: Zum 45. Geburtstag schenkten mir meine Freunde Alex und Steffen einen Trip nach München. Zuerst gingen wir fein essen und dann zerrten mich die beiden ins Casino. Ich gebe zu, ich war anfangs nicht gerade begeistert. Ich war zuvor noch nie im Casino und vertrat bis dahin die Meinung, dass man in einem Spieltempel ohnehin nur verlieren kann. Doch ich wurde eines Besseren belehrt.

Als wir das Casino betraten, war ich erst einmal erstaunt. Ich hätte nicht gedacht, dass dort eine so gehobene Atmosphäre herrscht. Es gab sogar einen Dresscode mit Krawatte und Sakko, den ich zufälliger Weise nur deshalb erfüllt habe, weil wir ja zuvor nobel essen waren.

Alex und Steffen führten mich zuerst einmal in der Spielhalle Roulette herum, ich beobachtete wie einige Spieler – sie machten den Eindruck als wären sie häufig Gäste im Casino – die Jetons mit großen Summen darauf nur so über die Spieltische warfen. Ich hatte mir beim Betreten vorgenommen, kein Spielgeld zu wechseln. Ich wollte meinen sauber verdienten Hausmeister-Lohn doch nicht irgendwelchen Investoren, die dieses Casino betreiben, in den Rachen werfen. So hatte ich nur die Jetons, im Wert von 20 Euro, die man mit dem Eintritt bekam.

Wir blieben bei einem Roulettetisch stehen, bei dem man auch mit niedrigen Einsätzen spielen kann und ich wollte dem ganzen Casino-Besuch so bald wie möglich ein Ende machen. Also setzte ich meine gesamten Jetons auf die Zahl 25, denn mein Geburtsdatum ist der 25. Mai. Es war mein erster Casinobesuch überhaupt und es war mein erster Einsatz auf einen Roulettetisch und das Rad drehte tatsächlich die Zahl 25. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als mir der Grouppier plötzlich Jetons in der Höhe von 700 Euro auf meinen Platz schob. Ich nahm den ganzen Stapel und legte ihn auf die 5 für meinen Geburtsmonat. Was nun folgte, war unheimlich: Das Rad blieb tatsächlich wieder bei der 5 stehen. Innerhalb weniger Minuten hatte ich mit einem Einsatz von 20 Euro 24.500 Euro gewonnen. Ganz ehrlich, zuerst dachte ich, meine Kumpels würden mit dem Gruppier unter einer Decke stecken und sie haben mich mit falschen Jetons nur veräppelt. Doch ich sah, dass meine Freunde nicht weniger erstaunt waren als ich.

Ich wollte das Glück nicht noch ein drittes Mal herausfordern. Also nahm ich die Jetons und tauschte sie in Bargeld um. Spätestens ab diesen Zeitpunkt wusste ich: Es war real, ich hatte tatsächlich über 20.000 Euro im Casino gewonnen.

Damit hatte ich also nun auch das Geld, endlich meinen Abflussfilter, den ich in den letzten 8 Jahren in meiner Werkstätte erfunden hatte, zum Patent anzumelden.

Heute, drei Jahre später findet man meinen Abflussfilter unter den Namen Jügen-Roters Abflussfrei in beinahe allen deutschen Baumärkten. Das Casino hat mir mein Startkapital gegeben, Investoren haben den großen Rest dazugelegt.