Köln punktet klar mit der “gamescom”

23. August 2009 - 16:42 Uhr | Permalink

Tolle Meldung aus der koelnmesse: “Die gamescom 2009 war ein voller Erfolg und hat alle Rekorde geschlagen: 245.000 Besucher haben gemeinsam mit 458 Ausstellern aus 31 Ländern die gamescom auf Anhieb zur größten Spielemesse der Welt gemacht!” Da kann man nur gratulieren und feststellen: Klarer Punktsieg für Köln! 90 Prozent der Fachbesucher und viele Aussteller haben denn auch schon erklärt, sie seien 2010 wieder in Köln dabei.  Herzlich willkommen! Köln hat der digitalen Kreativwirtschaft eine Menge zu bieten! Dazu zählen auch sehr interessante Ansätze, Kölns Position als “Internetstadt” deutlich zu stärken. Ich empfehle zur Lektüre: Internet – das Thema!

3 Kommentare für “Köln punktet klar mit der “gamescom””

  1. Otla Pinnow |

    Nix Feuer frei, lieber Martin, Dein Beitrag “Das Internet ist real…” geht mir runter wie Öl. Mal gucken, was die “Freaks” sagen; hab ihn ihnen mal vorgeworfen.

    Lieber Jürgen, dass Du Martins Beitrag hier hinein gestellt hast, hat mich zutiefst befriedigt und erfreut.

    Ich möchte aber noch eine Ergänzung anbringen:
    Vielfach wird ja über die bekloppten Piraten geredet, die straflos raubkopieren und das Urheberrecht aushebeln wollen.

    So bekloppt sind die gar nicht.

    Man muss nur mal ein bisschen weiter gucken.
    Längst hat die Intelligenz das Internet erobert. Neben allerlei Chaträumen á la Knuddelz und partner.de finden sich da nämlich längst höchst anspruchsvolle Foren zu allen möglichen auch wissenschaftlichen Themen. Offen durchaus auch für Laien, dennoch, ein Revier für Perlenfischer. Da werden neue Ideen, neue Theorien auf höchstem Niveau diskutiert, ich gehe mal davon aus, dass auch z.B. Ingenieure da ihre eigenen Spezialseiten haben. So. Und wenn dann auf diesem Wege einer eine neue Idee entwickelt hat: wer war das dann? Derjenige, der es publiziert? Aber das hätte er doch niemals so entwickeln können, ohne die Diskussion mit den anderen! Sollen jetzt die, die daran mitgearbeitet haben, bezahlen, wenn sie diese Idee nutzen? Das werden die ebenso wenig einsehen wie der, der es publiziert hat. Da ist also tatsächlich ein Problem. Eine Lösung dafür habe ich selbstverständlich nicht. Aber ich weise darauf hin.

    Zweitens: man schaue sich mal an, was das Internet zur Verfügung stellt. Drei Beispiele:

    1. Wikipedia. Ein Lexikon. Es wurde festgestellt, dass das teilweise besser ist als manches, das käuflich erworben werden kann, auch im Internet. Aber es kostet nichts. Da gibt es Wissen für lau. Produziert von Leuten, die ansonsten jede Zeile verkaufen. Auch von Experten, Wissenschaftlern, Professoren. Dieses Wissen ist nicht geklaut. Das haben die Produzenten ganz bewusst kostenlos zum allgemeinen Nutzen hinein gestellt. Und sogar noch ohne Namen; die kriegen davon noch nicht mal Ruhm und Ehre.

    2.Linux Ubuntu. Ein Betriebssystem mit afrikanischem Namen und afrikanischem Design. Nicht ohne Grund: es wurde entwickelt als möglichst einfach zu gebrauchendes kostenloses Betriebssystem, das womöglich auch auf Uralt-PC’s läuft. Für Entwicklungsländer, gerade auch Afrika, damit auch die Leute einen PC nutzen und ins Netz kommen können, die fast kein Geld dafür haben.

    3. Rechtsforen (als Beispiel für viele andere Bereiche).
    Kostenlose Rechtsberatung ist quasi verboten. Nicht aber die Diskussion allgemeiner Rechtsfragen. Wenn also einer ankommt, “und als der dann gesagt hat … hab ich ihm eine rein gehauen und nun hat der mich angezeigt …”. dann kriegt er den ernsten Hinweis, so geht dat nich, schreib bitte, A hat dies gemacht, daraufhin B das … (Internet und Verbote – na ja) Das Ergebnis ist, er kriegt Rechtsrat. Natürlich nicht wie vom Anwalt, mit Garantie und Haftung und auch nicht so umfassend. Aber doch vom Anwalt oder zumindest unter anwaltlicher Aufsicht. Denn es sind Rechtsanwälte, manchmal sogar Richter oder Staatsanwälte, die hier freiwillig, anonym und kostenlos den Basisrat geben, den die nicht selten aus prekären Schichten stammenden Ratlosen, oft Verängstigten und Sorgenvollen sich gar nicht leisten können – und für die paar Kröten, die es gibt, wenn einer rechtlichen Rat auf Staatskosten bewilligt bekommen hat, rührt sich kein normaler Rechtsanwalt von seinem Sessel. Es sei denn, in so einem Forum: da macht er das umsonst.

    Tatsächlich ist das Sozialismus in seiner schönsten und reinsten Form: ohne Ideologie, ohne Machtkämpfe, ohne diktatorisches Organisationsstreben – und selbstverständlich vollkommen demokratisch und frei. Hier, unbemerkt im Schatten all unserer drängenden sozialen Probleme, verändert sich die Gesellschaft zu einer zutiefst menschlichen.

    Und schafft damit selbstverständlich wirtschaftliche Probleme. Denn eines muss uns klar sein: für all das, was Menschen Menschen kostenlos zur Verfügung stellen, wollen andere Geld kassieren. Das ihnen nun entgeht. Und zwar zunehmend entgeht. Durch die sukzessive Verbreitung, dass es da und dort im Netz so etwas gibt. Wikipedia hat es vorgemacht: wer weiß, dass es das in dieser Qualität gibt, der kauft selbst für 10 Euro keine internetfähige CD mehr vom Verlag, geschweige denn 50 Bände für’s Bücherregal.

    Und wer kostenlos arbeitet, der bekommt nun mal kein Geld. Und will auch leben. Was auch sehr wünschenswert ist, denn er ist ja nun wirklich das, was man früher “nützliches Glied der Gemeinschaft” nannte.

    Uns steht also ein Gebirge von umwälzenden Neuerungen ins Haus, mit dem unsere Gesellschaften ebenso fertig werden müssen wie die Diktaturen mit der Freiheit und Gesprächigkeit des Netzes.

    Wie lächerlich und winzig mutet da die Idee eines Stoppschildes an!

  2. Otla Pinnow |

    Zum 2. Artikel:

    Ich glaube, viele von Euch unterschätzen immer noch das Internet. Sie gehen quasi von einer Zweiteilung aus: hier die Wirtschaft und dort die social networks.

    Prüft doch mal bitte, was Ihr selber tut. Wenn Ihr seriöse Informationen haben wollt, geht Ihr dann zu facebook oder twitter? Nein, Ihr googelt (oder benutzt eine andere Suchmaschine).

    Wenn Ihr selber was seriöses schreiben wollt: schreibt Ihr das dann in facebook – oder bloggt Ihr?

    Ich habe mir Jürgen Roters facebook-Seite angeguckt, die eigene ebenso wie die Gruppe. Da ist nichts los. Warum? Ich sag Euch mal meine Hypthese: weil man seriöse Diskussionen und Erörterungen nicht in facebook schreibt. Wer ernsthaft diskutieren will, der geht in ein Forum.

    Nach einer neueren Untersuchung ist der größte Teil der Twitter-Infomationen von der Art “ich esse gerade ein Käsebrötchen”. Und auch Jürgen Roters nutzt Twitter offenbar – durchaus vernünftig – nur für eines: auf einen neuen Blogeintrag hinzuweisen, der – auf seiner ganz konventionellen Webseite steht.

    Ich selbst habe bei facebook zwar einen Nickaccount, doch nutze ich den fast gar nicht; eigentlich nur selten mal wegen meiner ausländischen Verwandtschaft. Die facebook auch nicht für ernsthafte Dinge nutzt. Mal ein kleines Zitat, mal ein Glückwunsch,mal ein Scherz – fertig. In meiner Umgebung kenne ich niemanden, der diese social networks tatsächlich zu mehr nutzt.

    Doch in den Foren “is der Düvel loss”. Aber nur in ausgesuchten. Und ebenso in manchen Blogs.

    Ich schlage vor, wenn Köln auch im wissenschaftlich-kulturellen-politischen Bereich Internetstadt werden möchte, dann gebe man erst einmal eine Umfrage in Auftrag: wer nutzt Twitter, social networks, Chats, und wozu, und auch – wer nutzt das alles nicht. Und was machen die im Netz, die dies alles nicht nutzen, wo bewegen die sich.

    Ich denke, da werden Euch ganz neue Ideen kommen, was man tun sollte, um Internetstadt mit Qualitätsanspruch zu werden.

    Ich gebe zu bedenken, auch wenn eine weit überwiegende Mehrheit sich in Unterhaltungsbereichen und social networks bewegen könnte (sicher bin ich mir da nicht) – die Kreativen, die Multiplikatoren, die Meinungsführer, die könnten ganz woanders sitzen und sich dort tüchtig verbreiten. Meint Ihr wirklich, Köln könne es sich leisten, die gänzlich zu übersehen, vor allem dann, wenn es auch noch Kölner sind?

  3. Otla Pinnow |

    1. Vorschlag:
    Haut Netcologne sein unbedeutendes Forum um die Ohren und beauftragt es erst einmal mit der Herstellung einer Linkliste: kleine kurze Darstellung von kölner Persönlichkeiten, schön aufgegliedert nach Bereichen (z.B. Kunst, Kultur, Politik, Wissenschaft, meinetwegen auch Pop usw.) – und dann lasst da mal deren Webseiten verlinken. Das ist nicht nur praktisch und nützlich, das schafft auch noch Renommee für die Stadt.

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