Vor drei Jahren – am 25. Mai 2015 – war ich zum ersten Mal in meinem Leben im Casino. Meine Freunde Alex und Steffen zerrten mich damals anlässlich meines 45. Geburtstages in die Spielhalle.

„Zerrten“, Sie haben richtig gelesen, denn ich sträubte mich, mein sauber verdientes Hausmeistergehalt in einem Casino zu verzocken. Doch der 25. Mai 2015 war sozusagen mein Glückstag. Mit nur einem Einsatz von 20 Euro gewann ich innerhalb von zwei Runden am Roulettetisch unglaubliche 24.500 Euro.

Gut, das ist nun keine Million, aber mir hat dieser Betrag mindestens soviel Glück gebracht, wie es für jemand anderen vielleicht ein Lottogewinn tut. Dieser Betrag hat mich in eine Fernsehshow gebracht, dieser Betrag hat mich zum Unternehmer gemacht, dieser Betrag hat mir letztendlich meine Partnerin beschert. Dieser Betrag hat mein Leben so unendlich bereichert.

Ohne den Casinogewinn hätte ich niemals meine Erfindung „Abflussfrei“ zum Patent angemeldet, ich hätte nicht über eine Fernsehshow Investoren und Geschäftspartner gefunden und ich hätte nicht meinen Hausmeisterjob an den Nagel gehängt, um jetzt Unternehmer zu sein. Auch meine Partnerin habe ich erst im Zuge der Fernsehshow kennengelernt.

Ich finde, das sind ganz schön viele Gründe, um diesen 25. Mai jährlich zu zelebrieren. Mittlerweile gehe ich aber nicht mehr nur mit Alex und Steffen ins Casino, sondern auch mit meiner Frau Birgit und den Partnerinnen meiner Kumpels. Den Ablauf des Abend gestalten wir jedoch immer genau so, wie wir es vor drei Jahren taten: Wir fahren nach München, gehen fein essen und anschließend ins Casino. Jeder spielt nur mit den Jetons in Wert von 20 Euro, die man gemeinsam mit dem Eintritt erwirbt, und wir spielen alle am gleichen Roulettetisch,der mir damals so viel Glück gebracht hat.

Es wäre natürlich schön zu berichten, wenn auch meine Glückssträhne gleichgeblieben wäre, jedoch brachten mir die Zahlen fünfundzwanzig und fünf – die Zahlen meines Geburtstatums – die mir damals meinen Gewinn bescherten, bisher kein weiteres Glück mehr. Dass wir jedes Mal ohne Gewinn rausgehen, tut dem Spaß aber keinen Abbruch. Immerhin machen wir uns einmal jährlich von Bamberg nach München auf, um dort einen schönen Abend zu verbringen.

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich nicht öfter ins Casino gehe. Ich könnte ja immerhin auch ins nähergelegene Nürnberg fahren. Meine Antwort ist ganz klar: Erstens bin ich mittlerweile erfolgreicher Unternehmer und sehe mich mit meinen Umsätzen und Gewinnen schon reich beschenkt und zweitens bin ich der Meinung, dass man das Glück nicht allzusehr herausfordern sollte.

Wenn wir jährlich im Casino sind, entgeht es meinen Blicken natürlich auch nicht, dass an vielen Tischen Menschen sitzen, die das Spielen so sehr in ihren Bann gezogen hat, dass es zu einer Sucht geworden ist. Aus Dankbarkeit für meinen Gewinn habe ich eine Stiftung eingerichtet, in die jährlich zehn Prozent meines Unternehmensgewinns eingezahlt werden. Das Geld kommt dem Verein “Spielsucht e.V.” zugute, die mit Selbsthilfegruppen und Therapien Spielsüchtigen helfen, wieder aus ihrer Sucht herauszufinden. Ich war schon immer ein sozialer und hilfsbereiter Mensch und habe Leute in meinem Umfeld unterstützt. Mit dieser Stiftung habe ich aber nun das Gefühl, tatsächlich in größerem Ausmaß etwas bewegen zu können.