Mein Name ist Jürgen Roters, manche kennen mich vielleicht noch aus der Fernsehshow “Die Höhle des Löwen” wo ich im Jahr 2016 meinen Abflussfilter vorgestellt habe.

Dass durch die Beteiligung der Investoren meine Erfindung ein voller Erfolg wurde, und das Produkt mittlerweile in vielen Baumärkten im deutschsprachigen Raum sowie in Holland und England gelistet ist, ist die eine Geschichte.

Die andere Geschichte ist aber auch, dass ich durch die Erfindung letztendlich auch mein Glück in der Liebe gefunden habe. Wie kam es dazu?

Kurz nach der Ausstrahlung der Fernsehshow kontaktierte mich eine nette Dame, die mir anbot, mich im Büro zu unterstützen. Sie hatte mich im Fernsehen als bodenständigen Handwerker wahrgenommen und richtig eingeschätzt, dass der Bürokram nicht wirklich meine Stärke war. Birgit, so wie die nette Dame heißt, wohnte nur 5 Kilometer von meiner Heimatstadt Bamberg entfernt und verlor ein Jahr zuvor ihren Mann durch einen Autounfall. Ich erinnerte sie wohl sehr an ihren verstorbenen Mann, warum sie mich spontan anschrieb.

Das war mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie passiert, dass ich von einer Frau kontaktiert wurde, nicht einmal über eine Datingplattform. Naiv und unbedarft schrieb ich Birgit zurück und bereits 3 Tage später trafen wir uns in einem Café. Ich muss zugeben, obwohl es ja eigentlich darum ging, Birgit mehr oder weniger einen Job anzubieten, traf mich ihr Anblick wie ein Blitz und auch Birgit schien von mir angetan zu sein.

Irgendwie hatten wir beide das Gefühl, wir würden uns schon ewig kennen. Rund zwei Stunden lang redeten wir vor uns hin, erzählten uns von unseren Lebenswegen und von unseren Hobbies ohne zu bemerken, dass das Ganze ja eigentlich so etwas wie ein Bewerbungsgespräch hätte sein sollen. Erst als Birgit einmal zur Toilette befand, fiel mir wieder auf, dass ich vor mir ein Notizbuch mit einer Art Bewerbungsfragen liegen hatte. Ich sprach danach Birgit darauf an, dass sie sich ja eigentlich angeboten hätte, mich im Büro zu unterstützen und sie meinte nur: “Ja, auch das mache ich gerne.” Sie wollte mich nämlich nicht nur im Büro unterstützen sondern mit mir auch wieder die schönen Dinge des Lebens genießen – und auch ich war davon nicht abgeneigt.

Schon ein paar Tage später trafen wir uns wieder und machten einen Ausflug nach Nürnberg. Es war wieder genauso vertraut wie beim ersten Mal und es war uns klar, dass wir nicht nur beruflich sondern auch private Wege gemeinsam gehen wollten.

Das ist nun zwei Jahre her. Mittlerweile habe ich meinen Hausmeisterjob aufgegeben und widme mich nur mehr dem Unternehmen, das ich gemeinsam mit Birgit führe. Wir sind gemeinsam in ein Haus gezogen, in dem auch Birgits 14jähriger Sohn Paul mit uns wohnt. Auch mit Paul verstehe ich mich blendend. Ich hätte nicht gedacht, dass mir in meinem Alter noch ein Sohn, wenn auch nicht mein leiblicher, geschenkt wird.

Angefangen hat die ganze Geschichte mit Birgit eigentlich durch einen Casinogewinn, der mich zur Patentanmeldung und in weiterer Folge in die Fernsehshow brachte. In meinem Fall trifft also der Spruch: “Pech in der Liebe, Glück im Spiel” nur insofern zu, dass ich bis zu meinem Spieleglück tatsächlich Pech in der Liebe hatte.